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Sommergrippe: Ursachen, Symptome und Behandlungstipps

Sommergrippe: Junge Frau putzt sich die Nase

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und die Nase läuft. Die Sommergrippe hat dich erwischt und du liegst mit Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen flach, während die anderen das schöne Wetter genießen. Das ist lästig, aber kein Grund zur Sorge. Wir verraten dir, warum du dich auch im Sommer mit einem grippalen Infekt anstecken kannst, wie du dich davor schützt und die Symptome am besten behandelst. So kannst du den Sommer schnell wieder genießen! 

Was ist eine Sommergrippe? 

Die gute Nachricht zuerst: Die sogenannte Sommergrippe ist gar keine „echte“ Grippe – also keine Influenza – und verläuft daher leichter als ihr Namensvetter, der hauptsächlich im Winter auftritt. Spricht man von einer Sommergrippe, ist meist ein grippaler Infekt gemeint – also eine Erkältung im Sommer mit Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Auch im Sommer kannst du dich allerdings mit Influenzaviren infizieren und von ähnlichen Symptomen geplagt werden. 

Sommergrippe oder Influenza?

Die Sommergrippe sowie die Influenza werden zwar beide durch Viren hervorgerufen, unterscheiden sich aber in der Stärke der Krankheitssymptome und im Verlauf. Erfahre hier alles über die Grippe und was sie ausmacht. 

Unser Überblick zeigt dir die Unterschiede zur Influenza auf einen Blick:

 SommergrippeInfluenza
Viren/ErregerCoxackieviren, die zur Familie der Enteroviren gehörenInfluenzaviren
InfektionTröpfcheninfektion/Schmierinfektion Tröpfcheninfektion/Schmierinfektion 
DauerIn der Regel fünf bis sieben TageIn der Regel sieben Tage oder länger –  bei Ungeimpften eher zwei Wochen.  
 
VerlaufKrankheitssymptome starten langsam und verschlimmern sichPlötzlicher, starker Krankheitsbeginn
SymptomeHalsschmerzen, Husten, Schnupfen, Schlappheit, gelegentlich FieberFieber, trockener Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, starke Abgeschlagenheit
BehandlungSymptome können mit Medikamenten und Hausmitteln behandelt werdenSymptome können mit Medikamenten und Hausmitteln behandelt werden.
Eine Impfung ist möglich, muss aber jährlich neu verabreicht werden. Empfohlen wird die Impfung für Menschen über 60 Jahre, Schwangere und chronisch Kranke. 

Abgrenzung zu Corona

Nicht nur Grippe und Erkältung weisen ähnliche Symptome auf und sind – je nach Schwere des Verlaufs – schwierig zu unterscheiden. Auch COVID-19 mischt mit ähnlichen Symptomen im Pool der Viruserkrankungen mit. 

Die Symptome sind auch hier Atemwegsbeschwerden, Abgeschlagenheit und gelegentlich Fieber. Bei Corona kann Kurzatmigkeit sowie bei manchen Varianten der zeitweise Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns dazukommen. Ein Schnelltest oder ein PCR-Test kann Aufschluss geben, ob eine COVID-19-Infektion vorliegt.

Sommergrippe: Ursachen und Übertragungswege

Heißes Wetter, Badezeit, Spaß im Freien – die Gedanken an ansteckende Erkältungsviren sind mit Wollmütze und Handschuhen weit weg verstaut. Daher trifft uns eine Sommergrippe meist unvorbereitet – verbinden wir doch eher die Kälte des Winters mit Naseputzen und Fiebermessen.  Aber falsch gedacht: Manch ein Erkältungsvirus fühlt sich in der Sonne pudelwohl. 

Mehr zum Erreger der Sommergrippe:

  • Name: Enteroviren
  • Ursprung: Die Erreger entstehen im Darm und werden durch den Stuhl ausgeschieden.
  • Beste Bedingungen: Die Viren mögen hohe Luftfeuchtigkeit und sommerliche Temperaturen.
  • Übertragung: Durch Schmier- und Tröpfcheninfektion. Bei mangelnder Hygiene können die Viren ihren Weg von den Händen auf Türklinken, Lebensmitteln oder Lichtschalter finden.  Beim Sprechen, Niesen und Husten übertragen sich die Viren auf dein Gegenüber. 
  • Vorbeugen: Gutes Händewaschen, Desinfektionssprays nutzen, Händeschütteln bei großen Menschenansammlungen vermeiden, in die Armbeuge niesen und husten, Maske tragen.

Symptome einer Sommergrippe

Doch wie erkennst du nun, ob du eine Sommergrippe hast? Ein erster Check der Symptome kann helfen. Denn die sommerliche Erkältungskrankheit weist typische Erscheinungen auf:

  • Schmerzende, entzündete Atemwege: Halsschmerzen, Husten und Schnupfen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Leichtes Fieber
  • Bei Kindern: Bindehautentzündung

Auftreten können auch:

  • Magen-Darm-Symptome wie Durchfall und Übelkeit 
  • Die Hand-Fuß-Mund-Erkrankung: Bläschen im Mund, Händen und Füßen. In der Regel sind hiervon Kinder unter zehn Jahren betroffen. 
  • Seltene Symptomatik: Das Virus kann den Herzmuskel angreifen. Solltest du dich nach abgeklungenen Symptomen weiterhin nicht belastbar fühlen – also nicht mehr auf dein gewohntes Fitnesslevel kommen – dann suche auf jeden Fall deinen Arzt oder deine Ärztin auf und lass dich durchchecken.

Sommergrippe behandeln

Die Sommergrippe ist eine Virusinfektion – das heißt, ein Antibiotikum hilft hier nicht. Denn dieses macht nur Bakterien, nicht aber Viren, den Garaus. Tun kannst du dennoch etwas und zumindest deine Symptome behandeln: Entweder mit Medikamenten oder mit einfachen Hausmitteln. 

Wir zeigen dir, was dir bei welchen Symptomen hilft und wie du wieder schnell auf die Beine kommst:

Fieber

  • Aus der Apotheke: Fiebersenkende Medikamente oder Fiebersaft für Kinder erhältst du frei verkäuflich in der Apotheke. Lass dich hier vom Fachpersonal beraten.
  • Hausmittel: Wadenwickel helfen schnell und kostengünstig gegen erhöhte Temperatur.
     

Entzündetet Atemwege

  • Aus der Apotheke: Abschwellende Nasensprays, Hustensaft und Halstabletten wirken bei verstopfter Nase, einem schmerzenden Hals und Hustenreiz. Bitte beachte immer genau den Beipackzettel. 
  • Hausmittel: Viel trinken löst den Schleim in den Atemwegen. Hier sind Wasser, Kamillen- und Salbeitee ratsam. Sie beruhigen den gereizten Hals. Inhalieren mit Salzwasser befeuchtet die Atemwege, sodass der Schleim abfließen kann, und tut gereizten Schleimhäuten gut. Auch eine Nasenspülung mit Salzwasser kann hilfreich sein. 
     

Kopfschmerzen:

  • Aus der Apotheke: Leichte Schmerzmittel helfen, den Druck im Kopf zeitweise zu reduzieren.
  • Hausmittel: Ein kalter Waschlappen auf der Stirn besänftigt das Pochen. 

Ganz wichtig bei allen Symptomen: Gönn dir Ruhe! Dein Körper kämpft – das erfordert Kraft. Daher schone dich und gib dir die nötige Ruhe, die du brauchst. Sport ist tabu. 

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Wann in die Praxis bei der Sommergrippe?

Die Dauer einer Sommergrippe kann variieren – je nachdem, wie gut du dich schonst und wie stark angegriffen dein Immunsystem ist. Normalerweise sollte sie aber nach rund einer Woche überstanden sein. 

Geht es dir aber immer schlechter oder dein Fieber steigt über 39 Grad, solltest du dich in ärztliche Behandlung begeben. Bei einem geschwächten Immunsystem kann es sein, dass du dich zusätzlich zu deiner bestehenden Viruserkrankung mit Bakterien infizierst. Dein Arzt oder deine Ärztin klärt dies ab und kann dir, wenn nötig, ein Antibiotikum verschreiben. Schwangere und auch Eltern mit erkrankten Kleinkindern sollten frühzeitig zur Praxis gehen.

Tipps, um der Sommergrippe vorzubeugen 

Noch besser, als die Sommergrippe erfolgreich zu behandeln, ist es, sie überhaupt nicht zu bekommen. Hier kannst du selbst aktiv werden, dein Immunsystem unterstützen und einige Verhaltensregeln befolgen, um der lästigen Grippe im Sommer zu entgehen. Unsere Tipps helfen dir dabei: 
 

Nicht auskühlen

Zugluft von der Klimaanlage, zu lange die nassen Badesachen am Körper oder der Abendspaziergang ganz ohne Jacke – schnell kühlt der Körper herunter und du bist anfälliger für eine Virenattacke. Achte auch im Sommer darauf, dass du nicht frierst.

Immunsystem stärken

Frische Luft, wenig Stress, viel Schlaf und eine vitaminreiche Ernährung sorgen für einen Boost deines Immunsystems. Erfahre bei uns alles zu einer ausgewogenen Ernährung.

Lange Sonnenbäder vermeiden

Zu viel Hitze kann deinen Körper stressen und sich negativ auf dein Immunsystem auswirken. Auch Temperaturunterschiede, etwa wenn du direkt vom Sonnenbad in einen stark klimatisierten Raum gehst, sorgen für Aufruhr im Körper. Hier gilt: alles in Maßen genießen und öfter mal in den Schatten wechseln.

Achte auf die Hygiene

Achte darauf, regelmäßig deine Hände gründlich zu waschen, insbesondere wenn du mit vielen Menschen in Kontakt kommst. Wenn du husten oder niesen musst, tu dies immer in die Armbeuge. Eine Maske kann dich auch vor der Ansteckung mit der Sommergrippe in Menschenansammlungen schützen.  

Autor(in)

DAK Onlineredaktion

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