Krebsvorsorge: Mehr HPV-Erstimpfungen bei Kindern in Hessen
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- DAK-Kinder- und Jugendreport: Anstieg von neun Prozent bei erster Impfdosis für Mädchen und Jungen im Jahr 2023
- Trotz positivem Trend plädieren Ärzte für höhere Impfraten
DAK-Landeschefin Dalhoff fordert weitere Aufklärung über Vorteile der Vorsorge – Kasse übernimmt Kosten für Impfberatung
Frankfurt, 27. Februar 2025. In Hessen erhalten wieder mehr Kinder und Jugendliche eine Erstimpfung gegen HPV-bedingten Krebs. 2023 stiegen die HPV-Erstimpfungen um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hochgerechnet auf alle Kinder in Hessen bekamen 2023 rund 41.300 Mädchen und Jungen eine erste Impfdosis gegen Humane Papillomviren (HPV). Trotzdem liegt die aktuelle Zahl der Erstimpfungen 27 Prozent niedriger als vor der Corona-Pandemie. Ärztinnen und Ärzte sehen insgesamt einen positiven Trend. Allerdings müsse die Impfrate weiter gesteigert werden. DAK- Landeschefin Britta Dalhoff fordert eine weitere Aufklärung über die Vorteile der Krebsvorsorge. Ab 1. April 2025 übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine HPV-Impfberatung in Arztpraxen.
„Es ist ein positives Signal, wenn wieder mehr Eltern ihre Kinder gegen HPV-bedingten Krebs impfen lassen. Das ist ein wichtiger Baustein in der Krebsprävention. Vor allem der starke Anstieg bei jungen Kindern ist erfreulich“, sagt die hessische DAK-Landeschefin Britta Dalhoff. „Weil die Rate der Erstimpfungen aber immer noch niedriger als vor der Pandemie ist, brauchen wir eine weitere Aufklärung über die Vorteile der Krebsvorsorge.“ Die DAK-Gesundheit übernimmt deshalb ab 1. April 2025 als neue Leistung die Kosten für eine umfassende Impfberatung bei den Kinderärztinnen und Kinderärzten in Deutschland.
Positiver Trend vor allem bei jungen Kindern
Für die aktuelle DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchten das Wissenschaftsteam von Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von rund 87.000 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in Hessen versichert sind. Analysiert wurden der Zeitraum 2018 bis 2023. Laut DAK-Kinder- und Jugendreport stiegen die HPV-Erstimpfungen 2023 um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hochgerechnet auf alle Kinder in Hessen bekamen 2023 rund 41.300 Mädchen und Jungen eine erste Impfdosis gegen Humane Papillomviren (HPV). Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine HPV-Erstimpfung bei Kindern ab einem Alter von neun Jahren. Die DAK-Daten zeigen, dass vor allem bei Neunjährigen ein positiver Trend zu verzeichnen ist. So erhielten 2023 rund 20 Prozent mehr hessische Neunjährige eine erste HPV-Impfung als im Vorjahr – das entspricht in etwa dem Bundesdurchschnitt. In der Altersklasse der 9- bis 14-Jährigen steht ein Plus von 13 Prozent.
Gut ein Viertel weniger Erstimpfungen als vor der Pandemie
Trotz dieser positiven Entwicklung macht die aktuelle Analyse des DAK-Kinder- und Jugendreports auch deutlich, dass die Erstimpfungen 2023 in Hessen immer noch unterhalb des Vor-Pandemie-Niveaus lagen. Im Vergleich zum Jahr 2019 gingen die HPV-Erstimpfungen bis 2023 um rund 27 Prozent zurück. Vor allem bei Jungen sind mit 34 Prozent starke Rückgänge zu verzeichnen. Bei den 9- bis 14-Jährigen steht ein Minus von elf Prozent.
„Auch wenn die HPV-Erstimpfungsraten in Deutschland 2023 wieder gestiegen sind und ein positiver Trend erkennbar ist, brauchen wir mehr Anstrengungen im Bereich der Prävention. Mit Blick auf die Ziele der Weltgesundheitsorganisation ist noch viel zu tun – bis 2030 sollen mindestens 90 Prozent der Mädchen geimpft sein und die Impfrate bei Jungen deutlich steigen“, so Dr. Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V. (BVKJ). Bei der Krebsvorsorge sei das Engagement in den Kinder- und Jugendarztpraxen von entscheidender Bedeutung. „Die meisten HPV-Erstimpfungen bei 9- bis 17-Jährigen finden mit rund 70 Prozent in unseren Praxen statt“, erklärt Hubmann. „Langfristig könnten durch konsequente Impfprogramme schwere Erkrankungen verhindert und die Gesundheitskosten gesenkt werden. Wir müssen alles dafür tun, um das volle Präventionspotenzial auszuschöpfen.“
Neues DAK-Angebot: HPV-Impfberatung für Eltern und Kinder
Ab dem 1. April 2025 bietet die DAK-Gesundheit deshalb Eltern und Kindern ein neues Angebot: die HPV-Impfberatung. In Kooperation mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) erhalten Eltern und Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren in Kinder- und Jugendarztpraxen bundesweit umfassende Informationen rund um das Thema HPV-Impfung und bekommen Antworten auf ihre Fragen. Die zusätzliche Beratung richtet sich insbesondere an Versicherte, die bisher noch keine HPV-Impfung erhalten haben. Ziel ist eine frühzeitige Information und Aufklärung. Die Beratung ist für alle DAK-Versicherten kostenfrei. Die Abrechnung der HPV-Impfberatung erfolgt direkt zwischen der Ärztin oder dem Arzt und der DAK-Gesundheit.
STIKO: Impfempfehlung für Mädchen und Jungen
Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine HPV-Impfung für Mädchen und seit 2018 auch für Jungen. Die Impfung erfolgt je nach Alter mit zwei beziehungsweise drei Impfdosen. Der Abstand beträgt bis zu einem Jahr. Humane Papillomviren (HPV) werden sexuell übertragen und können Gebärmutterhalskrebs sowie Krebs im Mund-Rachen-Raum, an weiblichen und männlichen Geschlechtsorganen und im After verursachen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 6.250 Frauen an HPV-bedingtem Krebs. Mit Blick auf Männer spricht das Robert Koch-Institut von 2.900 Männern, die pro Jahr in Deutschland an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Eine Impfung sollte idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen.
Die DAK-Gesundheit ist mit 5,5 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands, davon 615.000 in Hessen, und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit.
Texte zum Download
(Copyright: Gettyimages_KTSTock/DAK-Gesundheit)
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Sandra Scheuring
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